Social Media Psychologie
Ab wann spamt (m)ein Unternehmen?
Montag, den 17. August 2009 um 00:00 Uhr

Gestern bin ich über einen interessanten Artikel im Focus gestolpert, der mich mal wieder ins Grübeln brachte: Microblogging Spam: Digitale Belästigung bei Twitter. Hier schreibt der Autor (@andreaswinterer) über seine eigenen (ersten) Erfahrungen in der Twitterwelt. Nun ist es in diesem Artikel so, dass, berechtigter Weise, die recht unverschämten Spammer an den Pranger gestellt werden. Noch schlimmer dabei kommen natürlich diejenigen weg, die nicht nur die Leut´ mit Werbung zuschütten, sondern gleich auch Links posten, wohinter sich Viren verstecken. Jetzt werden in diesem Artikel aber auch ein paar Aussagen gemacht, die mich in Anbetracht von Corporate Twitter die Frage aufkam: Ab wann spamt ein Unternehmen?

 
Gibt es bei Ihnen ein Vertrauensproblem?
Donnerstag, den 23. Juli 2009 um 16:07 Uhr

Vor nicht ganz zwei Jahren hatte ich aufgrund eines Städtewechsels auch eine neue Arbeitsstelle gesucht und gefunden. Nachdem ich die ersten 14 Jahre in Großunternehmen gearbeitet habe, habe ich "die Seite" gewechselt und bin nun bei einem Dienstleister, einer Internetagentur angestellt. Die Seite gewechselt deshalb, weil ich lange Zeit im Marketing und in der IT gearbeitet und oft selbst Dienstleister für diverse Arbeiten beauftragt habe. Und ja, wenn ich mir das folgende Video so ansehe, dann muss ich mich bei der ein oder anderen Szene auch mal an die eigene Nase fassen. Jetzt, wo ich selbst in der Situation des Dienstleisters stecke, merke ich, wie schwierig vielleicht auch ich mal war.

 
Gute Community, schlechte Community
Montag, den 20. Juli 2009 um 00:00 Uhr

Kürzlich bin ich aufgrund einer Einladung in einer neuen, noch sehr frischen Community beigetreten, dem GlobalFutureCamp. Das GlobalFutureCamp ist ein BarCamp, in diesem Fall eine Veranstaltung in Berlin. BarCamps gibt es auf der ganzen Welt. Seinen Ursprung hatte diese Idee in Kalifornien. Hier haben sich bereits 2005 über 200 Teilnehmer zusammen getan um sich gegenseitig, aktiv über ihre Ideen zu informieren, zu diskutieren und vor allem auch neue Kontakte zu knüpfen. Mittlerweile gibt es das BarCamp in über 350 Ländern und die Community wächst stetig. Jetzt bin ich auch dabei Lächeln. Aber vorauf ich hinaus will ist die Diskussion, die gerade dort im Forum stattfindet. Das Thema: Gibt es im Web 2.0 Bewegung oder wird "nur" kommuniziert? Was entsteht am Ende bzw. was ist das Ziel von sozialen Bewegungen?

 
So langweilen Sie Ihre Kunden richtig
Mittwoch, den 15. Juli 2009 um 18:21 Uhr

Heute stieß ich auf der Arbeit auf eine Seite eines Softwareanbieters, die mich (einmal wieder) ein wenig hat schmunzeln lassen. Jedoch nicht, weil hier drauf etwas außergewöhnlich Lustiges geschrieben steht oder jemand ein tolles Video oder Bild eingestellt hat. Nein. Vielmehr schmunzel ich, weil dem nicht so ist. Daher möchte ich mich heute dem Thema widmen: Langeweile ja, aber dann bitte richtig.

 
5 Ausreden der Unternehmen um kein Social Media einzusetzen
Montag, den 22. Juni 2009 um 20:15 Uhr

Wer sich von Ihnen regelmäßig mit Web 2.0, Social Media und Networking und den entsprechenden Tools und Strategien auseinander setzt, stößt schnell auf Kritik, Ablehnung, Vorurteile. Vorschläge werden mit Kommentaren abgewunken, die, sofern Sie mir begegnet, ich nicht unerwähnt lassen möchte. Geht Ihnen das manchmal auch so oder sind Sie eher jemand, der sich dem Thema neugierig nähert?

1. Meine Branche ist nicht Social-Media fähig

Das ist einer der Ausreden, die mir am meisten begegnet. Es wird oft geglaubt, dass Social Networking nur gut für Technologieunternehmen ist (und selbst die sind nicht immer "Up-to-date", was das angeht). Gut, auf den ersten Blick ist es vielleicht bei einem Betonhersteller nicht zu sehen, wo denn nun das Potential in Web 2.0 stecken soll - aber auf den zweiten Blick?
Der Trick an der ganzen Sache ist in solchen Fällen ein recht einfacher und zieht sich über alle Branchen hindurch: Schreiben Sie nicht über das Produkt, schreiben Sie "um das Produkt herum". Ein Reifenhersteller z.B. kann Artikel oder besser noch, Videos herausbringen, wie man sein Fahrzeug auch in Matsch und Schnee steuert und diese für Automobilhersteller oder Fahrschulen zur Verfügung stellen. Ein Unternehmen für Schweißtechnik könnte ähnliches tun indem sie zeigen, welche Materialien, wie geschweißt werden können. Und das Betonunternehmen? Es könnte Tipps zum Hausbau geben oder Informationen über Bauunternehmer in der Nähe zur Verfügung stellen. Vermitteln Sie Wissen ohne Ihr Produkt zu erwähnen - denn nur Mehrwert wird anerkannt und weitergegeben, keine Werbung!

2. Es gibt keine Kontrolle darüber, was meine Mitarbeiter veröffentlichen

Wer dieses Argument ernsthaft einbringt, dem würde man doch gern entgegen treten und sagen: Wie um alles in der Welt suchen Sie eigentlich Ihre Mitarbeiter aus? Und dürfen diese auch schon eMails an Kunden schreiben ohne, dass Sie vorher drüber schauen? Es ist manchmal wirklich faszinierend, wie leicht leitende Angestellte in Rage geraten können, wenn es darum geht ob es Mitarbeitern erlaubt sein soll in Blogs zu kommentieren oder gar eigenen Content zu verfassen. Erinnern Sie sich, wie es damals war, als eMail im Unternehmen eingeführt wurde? Es gab mal eine Zeit, wo nur die "wichtigen" Mitarbeiter eine eMail-Adresse bekamen. Ganz zu schweigen von einem eigenen Internetanschluss - aus Angst, der-/diejenige würde sich gleich einen Virus (auf einschlägigen Seiten) einfangen. Ich habe es selbst erlebt, wie Mitarbeiter deswegen gekündigt wurden woraufhin andere freiwillig auf den Internetanschluss am Arbeitsplatz verzichteten (sehr zur Freude der "Webkritiker") Dabei ging es bei den Diskussionen auch immer wieder darum, dass Mitarbeiter Geschäftsgeheimnisse verraten könnten. Die "Unternehmenspolizei" will dann auch immer seine Schäflein hüten, um diese ja nicht der bösen Welt der Information auszusetzen...

3. Ich kann den ROI (Return on Invest) nicht messen

Die Web 2.0 Welt ist eine Welt, die für Ihr Unternehmen oder Projekt erst erbaut werden muss. Blauäugig da rein zu stiefeln und zu sagen ich investiere einen Betrag X und will diesen in der Zeit Y wieder raus haben, funktioniert nicht. Vielmehr ist es eine stets lebende Investition: Sie erschaffen etwas von Null auf und hegen und pflegen es bis es wächst und gedeiht. Bevor Sie jedoch diesem Vorhaben dem Wildwuchs aussetzen, setzen Sie sich vorher genaue Ziele. Ziele sind zum Beispiel, den Umsatz Ihres Unternehmens zu steigern, Menschen zum Spenden zu animieren oder neue Vereinsmitglieder zu werben. Ziele sind NICHT: eine bestimmte Benutzerzahl zu generieren oder in der Presse, durch Erwähnung des Unternehmens, Anerkennung zu finden. Und sie sind es deswegen nicht, weil diese Ziele keinen echten Mehrwert für Ihr Unternehmen haben. Auf diesen sollten Sie bei der Definition unbedingt achten! Auch interessant: Die genaue Zieldefinition bei Social Media Projekten gestaltet sich oft erst, wenn vorab eine detaillierte Analyse der Kunden-PersonaS gemacht wurde. Und Sie lesen richtig: Beim Social Media brauchen Sie sich von nun ab nicht mehr auf EINE Zielgruppe zu konzentrieren, sondern können gleich mehrere ansprechen. Entsprechend gestalten Sie den Content, denn Sie haben mit den Web 2.0 Tools jede Möglichkeit dazu! Ein Beispiel: Ein Fußballverein möchte sich vergrößern und sucht Mitglieder. Nun gibt es hier ganz unterschiedliche Gruppen, die dieser Verein ansprechen kann: Hier sind die Kinder und Jugendlichen, hier sind die Eltern und vielleicht noch ein paar (angehende) Profi-Spieler. Das sind schon mal drei Gruppen, die sich irgendwann einmal über den Verein informieren. Während die Kinder und Jugendlichen Interesse daran haben, viel Spaß zu haben, vielleicht auf eine Freizeit zu gehen und dem Ball hinter her zu jagen, haben Eltern daran Interesse, wie gut ihre Schützlinge dort untergebracht sind, wie der Mitgliedsbeitrag ist und die Vereins-Organisation. Ein Profifußballer möchte sich mehr über das Training informieren und die Erfolge, die dieser Verein bereits erzielt hat. Für all diese drei Gruppen können und sollten Sie sich Ihre Strategie überlegen und wichtig ist auch: Dann auch unbedingt dran zu bleiben!

4. Social Media ist doch alles nur Hype und bringt am Ende sowieso nichts

Ich war einmal sehr baff als mir jemand auf meine XING-Einladung schrieb, dass XING ähnlich der populären Community Site WKW (wer-kennt-wen.de) ist und er daher nicht interessiert sei, sich hier zu registrieren. Das war wie ein Schlag vor den Kopf, glauben Sie mir. Ich wusste dem rein gar nichts zu entgegnen, denn gerade für ihn, der sich gerade selbständig machte und seine erste eigene Website online stellte, ist XING eine erstklassige Möglichkeit die ersten Kontakte zu knüpfen ohne nervende Kaltakquise zu generieren. Aber ich will hier keinen Roman über diese Plattform schreiben (Sie merken mir an, dass ich ein Fan davon bin ;)). Fakt ist, dass es kaum ein besseres Mittel wie Social Networking gibt, sich über kurz oder lang einen Namen zu machen. Wenn Sie meinen Artikel "Der 6-Schritte-Plan: Ist mein Unternehmen reif für Web 2.0?" gelesen haben werden Sie zumindest zum Teil verstehen, wie das Netz gestrickt ist. Wie alles ineinander greift und zu einem Ganzen zusammen wächst. Wenn Sie dem immer noch misstrauisch gegenüber stehen, dann greifen Sie tief in die Tasche, beauftragen einen paar Grafiker, Marketingspezialisten und mieten sich ein paar Werbeflächen. Viel Erfolg dabei!

5. Für die Pflege von Blog, Wiki, Twitter etc. geht viel zu viel Zeit verloren

Auch ein häufig anzutreffender Punkt wenn es darum geht, sich dem Versuch des Neuen zu widerstreben. Da das Thema Werbung und dessen Budget bereits bei Punkt 4 erwähnt wurde, möchte ich es hierbei belassen. PR (Public Relation) ist auch ein Punkt, der gerne hochgelobt und in die Expertenlounge gesteckt wird. Aber mal Hand aufs Herz: Was denken Sie, wie interessant Ihr Unternehmen oder Projekt für die Presse wirklich ist? Wenn Sie nicht gerade eine Berühmtheit sind oder einen riesigen Konzern führen, wo sich die Journalisten auf die Neuigkeiten stürzen wie die Motten auf´s Licht, warten Sie lange, bis mal jemand Ihre Geschichte aufgreift. Und in Anbetracht dessen, was Sie an Zeit (und Geld) in die Erstellung der Mitteilung investiert haben, womöglich noch in Übersetzungen, die dann nicht oder nur auf Ihren Presseseiten (die dazu noch sehr oft ohne RSS-Feed sind!) veröffentlicht werden, extrem verschwenderisch. Wozu also noch an den alten Regeln festhalten, wenn Sie allein es selbst in der Hand haben, direkt der Welt zu sagen welches Wissen Sie in Ihrem Unternehmen haben?


Kennen Sie noch weitere Ausreden und Vorurteile, denen Sie bei Ihrer Arbeit begegnen? Sicher können diese 5 nicht alle gewesen sein - oder etwa doch!?
 
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